Ich hab keine Ahnung, wie man sowas macht. War schließlich meine erste Verkostung. Aber da mich einige Interessierte angesprochen haben, sie wollen auch mal son selbst gebrautes Bier kosten und Bier in Gesellschaft doppelt gut schmeckt hab ich ein paar Freunde, Bekannte und Verwandte eingeladen. Insgesamt waren wir 20 anfangs durstige, später heitere Leute, die das Vollvosten’s auf Farbe, Geruch, Konsistens und Geschmack untersucht, oder aber auch einfach nur getrunken haben.
Einige waren überrascht, dass es nach richtigem Bier schmeckt und andere sagten ehrlicher weise, dass es zum Teil etwas wässrig wirkt. Ich fand ebenfalls, dass der Geschmack noch etwas würziger und kräftiger hätte sein können aber es war alle mal genießbar, sonst wäre es auch nicht so gut weggegangen. Sehr gut gefiel mit der Schaum! Es war sehr fein und fest und blieb auch lange erhalten, für manche, die das Bier zu schnell ins Glas gegossen haben vielleicht etwas zu lange, denn sie mussten sich entweder durch die hohende Schaumsäule kämpfen oder sehr lange warten bis der Schaum eingefallen ist und sie an das Bier im unteren Bereich des Glases kamen.
Die eine Flasche „Vollvosten’s“, die jeder bekam, musste man sich persönlich bei mir unter Namensnennung abholen, denn jede Flasche war auf der Rückseite mit einem Etikett, wo unter anderem der Name des Gasts draufstand, beklebt. Nachdem jeder sein Bierchen in der Hand hielt machte es im Wohnzimmer in unregelmäßigen Abständen, aber schnell aufeinander folgend zwanzig mal „PLOPP“ und das Bier floss in Gläser, durstige Rachen oder aber in einem Fall teilweise auf den Boden.
Da Bier hungrig macht und Essen durstig gab es warme Betzeln, kleine Bulettenhäppchen, Knabberzeug und, um mein Vollvostens Vorrat nicht komplett zu vernichten auch handelsübliche Industrieplörre.
Mein Fazit ist durchweg positiv: ich hab mich sehr über die zahlreichen Gäste und deren Interesse an meinen Braukünsten (-versuchen) gefreunt und werde demnächsten ganz sicher einen neuen Sud ansetzten, dessen Zutaten ich übrigens von dem Spendengeld, welches sich am Ende des Abends in meiner Spendenbüchse befand (vielen DANK dafür!) bezahlen werde.


Klingt ja nach einem gelungenen Abend. Wie gehts denn dem neuen Sud? Müsste jetzt ja auch schon relativ weit sein oder?
Gruß, Charly
Mein zweites Bier, übrigens Altbier, hat die kritischen Phasen überstanden: Es ist in Flaschen abgefüllt, sodass keine Keime mehr ran komm und die Nachgärung ist auch abgeschlossen, sodass ich keine Angst haben muss, dass mir wieder eine um die Ohr fliegt. Nu muss es noch 4 lange Wochen reifen.